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Traditionelle Staffelstein-Übergabe im Mausoleum Dessau: Zehntes FSJ-Team übernimmt Restaurierungsarbeiten

Dessau-Roßlau, 01. September 2026 – Mit der traditionellen Staffelstein-Übergabe im Dessauer Mausoleum wurde das neue Team des Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur in der Denkmalpflege (FSJK) feierlich an seinem Einsatzort willkommen geheißen. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Robert Reck, Stadtwerke-Geschäftsführer und Fördervereinsmitglied Dino Höll, Einsatzstellenleiter Klaus-Dieter Mehlhorn sowie weiterer Gäste übergab das bisherige Team symbolisch den Staffelstein an die neuen Freiwilligen.

Mit Moritz Schneider, Jonas Tillmann und Christoph Albert startet bereits der zehnte Jahrgang der Jugendbauhütte am Mausoleum. Seit 2017 engagieren sich junge Menschen hier jeweils ein Jahr lang für den Erhalt und die Restaurierung des denkmalgeschützten Bauwerks. Zu den bisherigen Erfolgen zählen unter anderem die denkmalgerechte Wiederherstellung der Freitreppe, der Umfassungsmauer, der Grünanlagen sowie des zentralen Springbrunnens.

Der neunte Jahrgang widmete sich schwerpunktmäßig der Freilegung der im Zweiten Weltkrieg verschütteten Räume auf der Ostseite des Mausoleums. Ab Mitte Herbst arbeiteten die Jugendlichen zudem am Abwassersystem auf der Nordseite. Dabei verlegten sie Rohre, glichen die Abwassermulde an, verfüllten Hohlräume und pflasterten die Ausläufe. In den Wintermonaten standen pflegende und restaurierende Maßnahmen im Innenraum auf dem Programm, darunter die Reinigung des Mosaikbodens und der Marmorfliesen in der Altarapsis. Wenn die Temperaturen im Mausoleum zu niedrig waren, unterstützten die Teilnehmenden außerdem den Dessauer Tierpark.

Ein besonderes Projekt des scheidenden Jahrgangs war die Produktion eines eigenen Films über das Mausoleum. Dafür führten die Jugendlichen Interviews mit wichtigen Wegbegleitern des Projekts. Die Fertigstellung des Films ist für Ende des Sommers vorgesehen. Das entstandene Material soll zudem in eine Dokumentation einfließen, die Regisseurin Christine Nagel über das Mausoleum plant. Darüber hinaus legte das Team einen Naturgarten an, der nun an den zehnten Jahrgang übergeben wird. Begleitet wurde das Freiwillige Soziale Jahr durch Seminarwochen in Quedlinburg, Halberstadt und beim Deutschen Fachwerkzentrum sowie durch den Besuch der KZ-Gedenkstätte Langenstein.

Das neue FSJ-Team wird die begonnenen Arbeiten fortführen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der weiteren Freilegung der verschütteten Räume auf der Ostseite des Mausoleums, die langfristig wiederhergestellt werden sollen. Neben körperlichem Einsatz erfordert diese Aufgabe auch archäologisches Feingefühl, da sich unter den Schuttmassen möglicherweise noch Überreste des Denkmals für Albrecht den Bären befinden, den Stammvater des askanischen Fürstenhauses. In den Wintermonaten werden sich die Freiwilligen erneut den Arbeiten im Innenraum widmen, insbesondere der Reinigung und Restaurierung der Mosaike. Auch in diesem Jahr wird das Team dabei von der Hochschule Anhalt unterstützt. Studierende des Fachlehrgangs Restaurierung unter der Leitung von Cathrin Bothmann werden Materialanalysen und restauratorische Untersuchungen durchführen.

Die neuen Freiwilligen arbeiten werktags von 7:00 bis 15:45 Uhr unter der Anleitung von Klaus-Dieter Mehlhorn, der die Einsatzstelle und die dort umgesetzten Projekte seit vielen Jahren betreut. Er würdigte die Leistungen des scheidenden Jahrgangs mit den Worten: „Der vergangene Jahrgang hat am Mausoleum mit großem Einsatz gearbeitet und wichtige Bau- und Restaurierungsschritte vorangebracht. Dieses Engagement ist die Grundlage dafür, dass wir nun gemeinsam mit dem neuen Team an die nächsten Aufgaben gehen können.“

Auch die Stadt Dessau-Roßlau hebt die Bedeutung des Projekts hervor. Oberbürgermeister Dr. Robert Reck erklärte: „Die Jugendbauhütte am Mausoleum zeigt eindrucksvoll, wie Denkmalpflege, Bildung und praktisches Arbeiten miteinander verbunden werden können. Hier entsteht ein unmittelbarer Bezug junger Menschen zu unserem kulturellen Erbe – und genau das stärkt die Zukunft dieses Ortes.“

Dino Höll, Mitglied des Fördervereins Mausoleum e. V., ergänzte: „Als Förderverein erleben wir jedes Jahr aufs Neue, mit wie viel Verantwortung und Begeisterung die Freiwilligen an diesem besonderen Denkmal arbeiten. Ihr Beitrag ist für den Erhalt des Mausoleums unverzichtbar, und wir sind dankbar für dieses kontinuierliche Engagement.“

Der Förderverein Mausoleum Dessau e. V. setzt sich seit 2007 für die Sicherung und Sanierung des historischen Bauwerks ein. Seit 2017 bietet die Jugendbauhütte jungen Menschen die Möglichkeit, im Rahmen eines Freiwilligendienstes praktische Erfahrungen in der Denkmalpflege zu sammeln. Unter fachlicher Anleitung leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Mausoleums und tragen dazu bei, das Bauwerk wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und für interessierte Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen.

Mit der traditionellen Staffelstein-Übergabe im Dessauer Mausoleum wurde das neue Team des Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur in der Denkmalpflege (FSJK) feierlich an seinem Einsatzort willkommen geheißen. (Foto: Stadtwerke Dessau)