In unserer zentralen Kläranlage in Dessau-Ziebigk werden jährlich mehr als fünf Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Dabei entsteht aus dem Klärschlamm Klärgas. Wir sammeln und nutzen es zur eigenen Energieerzeugung: In einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wird Klärgas in Strom und Wärme umgewandelt.
2025 erzeugte das BHKW rund 1,989 Millionen Kilowattstunden Strom für den Eigenbedarf der Kläranlage. Damit konnten wir rund 85 Prozent des benötigten Stroms vor Ort erzeugen. Der verbleibende Bedarf wird aus dem öffentlichen Stromnetz gedeckt.
Klärgas entsteht, wenn Mikroorganismen organische Bestandteile des Klärschlamms unter Ausschluss von Sauerstoff abbauen. Es enthält vor allem Methan und Kohlendioxid. Aufgrund seines Methangehalts kann die darin enthaltene Energie zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Die Wärme wird ebenfalls auf der Kläranlage eingesetzt. Durch die optimierte Nutzung des Klärgases konnte der frühere Erdgasbedarf für die eigene Strom- und Wärmeerzeugung weitgehend ersetzt werden. Die Gasausbeute wird unter anderem durch die Zugabe energiereicher Reststoffe aus Abwasserbehandlungsanlagen der regionalen Lebensmittelindustrie verbessert.
Gleichzeitig wurde der Energiebedarf der Kläranlage deutlich reduziert. Durch die Modernisierung der biologischen Reinigungsstufe und weitere Maßnahmen sank der jährliche Strombedarf in den vergangenen zehn Jahren von rund 3,8 auf etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden – um rund 34 Prozent. Die Kombination aus geringerem Energiebedarf und höherer Eigenstromerzeugung trägt dazu bei, die mit dem Betrieb verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren. Nach den vorliegenden Berechnungen sanken diese von rund 940 Tonnen auf unter 200 Tonnen pro Jahr.
Auch die Außenbeleuchtung wurde modernisiert: 81 Lichtpunkte wurden auf LED-Technik umgerüstet. Dadurch konnte der Energieverbrauch der Beleuchtung weiter reduziert werden.
Die Eigenstromerzeugung soll weiter ausgebaut werden. Bis 2035 soll die Eigenerzeugungsrate des für den Betrieb benötigten Stroms 100 Prozent erreichen.
Die Stadtwerke Dessau modernisieren die zentrale Kläranlage der Dessauer Wasser- und Abwasser GmbH (DESWA) in Dessau-Ziebigk. Im Fokus der Maßnahme steht die Erneuerung der maschinellen Klärschlammentwässerungsanlage. Das Modernisierungsvorhaben wird mit Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des EFRE-Programms RZWas 2016 unterstützt. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 2,72 Millionen Euro werden etwa 1,09 Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt. Ziel der Förderung ist die Steigerung der Energieeffizienz kommunaler Abwasseranlagen.
Vorhaben: Erneuerung der Klärschlammentwässerungsanlage
Verbesserung der Energieeffizienz auf der Kläranlage Dessau-Roßlau durch Erneuerung der Schlammentwässerungsanlage einschließlich Verrohrung, Peripherie, EMSR-Technik, Klarschlammsilo und Verladestation
Dauer: 08/2025 – 12/2026
Gesamtbudget: 2.720.000 EUR
EU-Förderung: 1.090.275 EUR