Weniger Temperatur. Zukunftsfähige Wärmeversorgung

Gemeinsam gestalten wir die zukünftige Wärmeversorgung unserer Stadt

Fernwärme ist ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Wärmeversorgung unserer Stadt. Sie versorgt Haushalte zuverlässig mit Wärme und Warmwasser. Unsere Wärme wird bereits heute vor Ort im Heizkraftwerk „An der Fine“ erzeugt. Dabei kommen unter anderem Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmespeicher und Elektroerhitzer zum Einsatz. Dadurch werden die geltenden Anforderungen an die Wärmeversorgung erfüllt.

Um die Wärmeversorgung langfristig weiterzuentwickeln, modernisieren wir unser Netz, erweitern die Erzeugungsstruktur und senken schrittweise die Systemtemperaturen.

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Entwicklungsschritte:

  • Die Kommunale Wärmeplanung – sie beschreibt mögliche Entwicklungspfade für die Wärmeversorgung in Dessau-Roßlau bis 2045.
  • Der Transformationsplan der Stadtwerke – unser Fahrplan zur Weiterentwicklung des Fernwärmesystems unter Berücksichtigung neuer Technologien und weiterer Wärmequellen.
  • Die Temperaturabsenkung im Fernwärmenetz – ein wichtiger Baustein für die zukünftige Weiterentwicklung des Fernwärmesystems.

Mit einem über 130 km langen Fernwärmenetz und einer Transformationsstrategie bringen sich die Stadtwerke Dessau in die kommunale Wärmeplanung ein und unterstützen die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung in Dessau-Roßlau.

Warum wir die Vorlauf- und Rücklauftemperaturen senken

Die Energiewende bringt neue Anforderungen an Fernwärmenetze mit sich. Um künftig weitere Wärmequellen in die Fernwärmeversorgung einzubinden, ist eine schrittweise Absenkung der Vor- und Rücklauftemperaturen erforderlich.

Was bedeuten Vor- und Rücklauftemperatur?

  • Vorlauftemperatur: Die Temperatur des heißen Wassers, das von uns zu Ihrer Übergabestation transportiert wird.
  • Rücklauftemperatur: Die Temperatur des Wassers, nachdem Ihre Heizung die Wärme genutzt hat und es ins Netz zurückfließt

Je niedriger die Rücklauftemperatur und je größer die Differenz zum Vorlauf, desto besser können die technischen Möglichkeiten des Fernwärmesystems genutzt werden.

Warum ist die Absenkung so wichtig?

  • Netzbetrieb: Niedrigere Systemtemperaturen können dazu beitragen, Wärmeverluste im Netz zu reduzieren.
  • Einbindung weiterer Wärmequellen: Wärmepumpen, Geothermie und Solarthermie können besser in das System integriert werden.
  • Weiterentwicklung des Fernwärmesystems: Die Temperaturabsenkung ist ein Baustein der langfristigen Netzentwicklung.
  • Netzstabilität: Niedrigere Systemtemperaturen unterstützen den Betrieb des Fernwärmenetzes.
  • Wirtschaftlicher Netzbetrieb: Niedrigere Systemtemperaturen können bei der Weiterentwicklung des Fernwärmesystems berücksichtigt werden.

Ab Mai 2026 senken wir die Netztemperaturen schrittweise, um die gesetzlichen Zielvorgaben für die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung zu berücksichtigen.

Für den sicheren Anschluss von Gebäuden an unser Fernwärmenetz gelten unsere Technischen Anschlussbedingungen (TAB) für Heizwasser.

Die Einhaltung der vereinbarten Rücklauftemperaturen ist in der AVBFernwärmeV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme) geregelt.

Als Anschlussnehmer sind Sie für den ordnungsgemäßen Betrieb Ihrer Heizungsanlage hinter dem Hausanschluss verantwortlich. Ihre Anlage muss so betrieben werden, dass keine Störungen für andere Kunden oder für das Fernwärmenetz entstehen.

Was bedeutet das für Sie als Fernwärmekunde?

In vielen Gebäuden, insbesondere in neueren oder bereits sanierten Objekten, sind keine Änderungen erforderlich.

Sollten jedoch hohe Rücklauftemperaturen auftreten oder ältere Heizungsanlagen verbaut sein, können Anpassungen sinnvoll oder notwendig sein, um:

  • die neuen Temperaturvorgaben einzuhalten,
  • die Heizungsanlage an die zukünftigen Anforderungen anzupassen,
  • den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage sicherzustellen und
  • gesetzliche Anforderungen (z. B. GEG) zu erfüllen.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Heizungsanlage bereits jetzt prüfen zu lassen: Ihr Heizungsfachbetrieb oder Energieberater kann einschätzen, ob Ihre Anlage vorbereitet ist oder ob Anpassungen erforderlich sind.

Haus-Baukonzept mit Architektenplan

Ihre Optionen zur Anlagenoptimierung

1. Hydraulischer Abgleich

Ein wichtiger Schritt zur Anpassung an niedrigere Rücklauftemperaturen. Er unterstützt eine bedarfsgerechte Verteilung der Wärme im Gebäude.

2. Heizkörper modernisieren

Niedertemperatur- oder größere Flächenheizkörper können den Betrieb bei niedrigeren Vorlauftemperaturen unterstützen

3. Warmwasserbereitung verbessern

Ein Hygienespeicher oder moderne Warmwassertechnik kann Einfluss auf die Rücklauftemperatur haben.

4. Gebäude dämmen

Maßnahmen an Dach, Fassade oder Fenstern können den Wärmebedarf eines Gebäudes beeinflussen und bei der Anpassung an niedrigere Systemtemperaturen unterstützen.

Viele dieser Maßnahmen werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt.

Auch Sie als Kundin oder Kunde können die Weiterentwicklung der Fernwärme unterstützen – durch angepasste Rücklauftemperaturen, geeignete Anlagentechnik und moderne Wärmeübergabesysteme.

Ihre Vorteile der Fernwärme

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Wärmeversorgung über das Fernwärmenetz

  • niedriger Primärenergiefaktor
  • Berücksichtigung bei der energetischen Gebäudebewertung
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Platzsparende Lösung

  • keine Brennstofflagerung
  • kein Schornstein erforderlich
  • geringer Platzbedarf im Gebäude
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Komfort im Alltag

  • zuverlässige Versorgung
  • Anpassung an individuelle Anforderungen möglich
  • einfache Einbindung in die Gebäudetechnik

Ihr Weg zum klimaneutralen Fernwärmeanschluss

Ihr Weg zum Fernwärmeanschluss

Kommt Ihre bestehende Hausinstallation bereits mit den geplanten niedrigeren Netztemperaturen zurecht, müssen Sie nichts tun. Sind Sie sich jedoch nicht sicher, ob Ihre Anlage den künftigen Anforderungen genügt, oder ziehen Sie einen Neuanschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Dessau in Erwägung, empfehlen wir Ihnen folgende Vorgehensweise.

Schritt 1 – Kontakt aufnehmen (für Neukunden)
Prüfen Sie gemeinsam mit den Stadtwerken Dessau, ob Ihr Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden kann. Bei einer Anschlussmöglichkeit vereinbaren wir eine unverbindliche Vor-Ort-Besichtigung.

Schritt 2 – Temperaturen prüfen lassen
Ein Fachunternehmen (Heizungsfirma, Ingenieurbüro oder Energieberater) prüft, ob Ihr Gebäude mit den zukünftigen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen beheizt werden kann.

Schritt 3 – Angebot einholen
Sollten Anpassungen erforderlich sein, erhalten Sie konkrete Vorschläge und eine Kostenabschätzung sowie Informationen zu möglichen Förderprogrammen.

Schritt 4 – Entscheidung treffen
Treffen Sie eine fundierte Entscheidung und prüfen Sie, ob Ihre Anlage die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllt.

Ihre Ansprechpartner

Sie haben Fragen zur Temperaturabsenkung, zum Anschluss, zu technischen Anforderungen oder zu Fördermöglichkeiten?
Wir beraten Sie gern persönlich.

Uwe Fillbrandt
T: 0340 899 1504
» E-Mail

Häufige Fragen zur Temperaturabsenkung

FAQ

Warum senken die Stadtwerke Dessau die Vorlauf- und Rücklauftemperaturen?

Die Absenkung ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung. Niedrigere Temperaturen können Wärmeverluste im Netz reduzieren und die Einbindung weiterer Wärmequellen unterstützen.

Was sind Vorlauf- und Rücklauftemperatur?

Vorlauftemperatur: Die Temperatur des heißen Wassers, das vom Fernwärmenetz zu Ihrem Gebäude fließt.

Rücklauftemperatur: Die Temperatur des Wassers, nachdem die Wärme im Gebäude genutzt wurde und es ins Netz zurückgeführt wird.

Je niedriger die Rücklauftemperatur und je größer der Temperaturunterschied zwischen Vor- und Rücklauf, desto besser können die technischen Möglichkeiten des Fernwärmesystems genutzt werden.

Wo finde ich die vorgeschriebenen Vor- und Rücklauftemperatur?

In den Technischen Anschlussbedingungen auf Seite 12 unter Parameter Fernwärme finden Sie die Übersicht zu den vorgegebenen Vor- und Rücklauftemperaturen für die jeweiligen Netz und Jahre.

Ab wann werden die Temperaturen im Fernwärmenetz gesenkt?

Ab Mai 2026 beginnen die Stadtwerke Dessau mit einer schrittweisen Absenkung der Netztemperaturen. Ziel ist es, die gesetzlichen Vorgaben für die zukünftige Wärmeversorgung schrittweise umzusetzen.

Wen betrifft das Thema Wärmewende und Optimierung der Rücklauftemperatur?

Die Wärmewende und die Einhaltung der in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) definierten Rücklauftemperatur betrifft alle Kunden, die an unser innerstädtisches Fernwärme-Verbundnetz angeschlossen sind – unabhängig davon, ob es sich um ein Einfamilien-, ein Mehrfamilienhaus oder um größere Anlagen handelt.

Wer ist für die Einhaltung der Rücklauftemperatur verantwortlich?

Die Verantwortung für die Heizungsanlage ab dem Hausanschluss liegt beim Anschlussnehmer. Dazu gehören Errichtung, Betrieb, Wartung sowie eventuelle Anpassungen der Anlage – mit Ausnahme der Mess- und Regeleinrichtungen des Fernwärmeversorgers.

Ihre Heizungsanlage ist so zu betreiben, dass sie die vereinbarten Rücklauftemperaturen einhält und keine negativen Auswirkungen auf das Fernwärmenetz oder andere Kunden verursacht. Eine regelmäßige Prüfung durch einen Fachbetrieb hilft dabei, diese Anforderungen sicher zu erfüllen.

Muss ich als Fernwärmekunde meine Heizungsanlage prüfen lassen oder etwas unternehmen?

Grundsätzlich sollte jede Heizungsanlage von einem Fachbetrieb geprüft werden, um festzustellen, ob sie mit den zukünftigen Temperaturen betrieben werden kann oder ob Optimierungen sinnvoll sind.

In vielen Fällen sind jedoch keine Maßnahmen erforderlich. Besonders neuere oder bereits sanierte Gebäude sind meist schon für niedrigere Vorlauf- und Rücklauftemperaturen geeignet. Anpassungen werden in der Regel nur bei älteren Heizungsanlagen oder bei dauerhaft hohen Rücklauftemperaturen notwendig.

Welche Vorteile habe ich durch niedrigere Netztemperaturen?

Die Absenkung der Netztemperaturen wirkt sich direkt positiv auf Ihre Wärmeversorgung aus und bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • mögliche Verringerung von Wärmeverlusten im Netz
  • Unterstützung der Weiterentwicklung des Fernwärmesystems
  • bessere Einbindung weiterer Wärmequellen
  • Unterstützung eines stabilen Netzbetriebs
  • Anpassung an zukünftige Anforderungen der Wärmeversorgung
Welche Maßnahmen können meine Rücklauftemperatur senken?

Typische Optimierungsmaßnahmen sind:

  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Modernisierung von Heizkörpern oder Einsatz von Flächenheizungen
  • Optimierung der Warmwasserbereitung (z. B. Hygienespeicher)
  • Verbesserung der Gebäudedämmung

Viele dieser Maßnahmen sind förderfähig über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Warum ist es wichtig, die in den Technischen Anschlussbedinungen (TAB) vorgegebene Rücklauftemperatur einzuhalten?

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung werden neue Technologien und Wärmequellen berücksichtigt.

Dazu werden neue Technologien wie z.B. eine Großwärmepumpe benötigt. Diese können jedoch nur unter bestimmten Bedingungen effizient laufen. Dazu gehört vor allem auch eine niedrige Rücklauftemperatur von 45-50° C. Dieses Ziel setzt voraus, dass die Kundenanlagen entsprechend den Vorgaben der  TAB Fernwärme betrieben werden.

Was passiert, wenn ich die erforderliche Rücklauftemperatur nicht einhalte und entgegen der Aufforderung keine Optimierung an der Anlage vornehmen lasse?

Die Einhaltung der Rücklauftemperatur ist in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Fernwärme geregelt und Bestandteil des Vertragsverhältnisses.

Wird die Rücklauftemperatur trotz mehrfacher Aufforderung dauerhaft nicht eingehalten, kann die Fernwärmeleistung für das betreffende Objekt so angepasst werden, dass die Rücklauftemperatur reduziert wird. Dies kann jedoch zu spürbaren Komforteinbußen innerhalb der Immobilie führen.

Wird meine Wärmeversorgung durch die Umstellung eingeschränkt?

Nein. Die Umstellung erfolgt schrittweise. Bei geeigneten Hausinstallationen sind nach aktuellem Stand keine spürbaren Auswirkungen zu erwarten.

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