Dessau-Roßlau, 24. April 2026 – Die Dessauer Verkehrs GmbH (DVG) modernisiert ihren Straßenbahnbetrieb und führt ab Montag, dem 4. Mai 2026, im gesamten Netz den sogenannten Bedarfshalt ein. Damit treibt das Unternehmen die Weiterentwicklung eines effizienten, umweltfreundlichen und kundenorientierten öffentlichen Nahverkehrs konsequent voran.
Künftig halten Straßenbahnen nur noch dann an Haltestellen, wenn tatsächlich ein Bedarf besteht. Fahrgäste, die aussteigen möchten, werden gebeten, ihren Haltewunsch rechtzeitig durch Drücken des Tasters „Halt“ anzuzeigen. Die Haltewunschtaster sind gut sichtbar in Türnähe sowie im Kinderwagen- und Rollstuhlfahrerbereich angebracht. Fahrgäste an den Haltestellen, die zusteigen möchten, werden vom Fahrpersonal wie gewohnt erkannt und zuverlässig mitgenommen.
Das Prinzip ist im Busverkehr seit vielen Jahren bewährt und wird nun konsequent auf den Straßenbahnbereich übertragen. Betrieblich notwendige Stopps – etwa zur Sicherung von Anschlüssen, zur Einhaltung des Fahrplans oder bei Personalwechseln – erfolgen weiterhin unabhängig vom Bedarf.
Mit der Einführung des Bedarfshalts verfolgt die DVG mehrere Ziele: Durch die Reduzierung unnötiger Brems- und Anfahrvorgänge sinkt der Energieverbrauch im Fahrbetrieb deutlich. Da insbesondere das Anfahren besonders stromintensiv ist, trägt jeder vermiedene Halt zur Einsparung von Energie und Kosten bei. Zudem können Abnutzungserscheinungen an Fahrzeugen und Schienen durch unnötige Bremsvorgänge reduziert werden. Gleichzeitig profitieren Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Strecken von einer geringeren Geräuschentwicklung durch einen gleichmäßigeren Fahrfluss. Die verlässliche Erreichbarkeit aller Haltestellen bleibt dabei uneingeschränkt gewährleistet.
Die DVG knüpft mit dieser Maßnahme an positive Erfahrungen anderer Städte wie Halle und Magdeburg an, in denen der Bedarfshalt bereits erfolgreich eingeführt wurde.
