Dessau-Roßlau, 20. Januar 2026 – Die Stadtwerke Dessau haben bei einer aktuellen Ausschreibung der Bundesnetzagentur für innovative Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) einen weiteren wichtigen Erfolg erzielt: Für die geplante iKWK-Anlage in der Waldsiedlung in Dessau-Kochstedt hat die Fernwärmeversorgungs-GmbH (FWV), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Dessau, den Zuschlag erhalten. Damit setzen die Stadtwerke ihren Kurs in Richtung klimafreundlicher und zukunftssicherer Wärmeerzeugung konsequent fort.
Mit der neuen Anlage sollen künftig rund 16,2 Gigawattstunden Wärme pro Jahr in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Für Planung und Bau investieren die Stadtwerke Dessau rund 7,6 Millionen Euro. Die Umsetzung wird über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) mit 6,85 Millionen Euro gefördert. Die iKWK-Anlage kombiniert ein wasserstofftaugliches Blockheizkraftwerk, eine Großwärmepumpe sowie einen Wärmespeicher. So ermöglicht die Anlage eine effiziente und dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung soll bei 34 Prozent liegen und damit über dem Zielwert von 30 Prozent für das gesamte Fernwärmenetz bis 2030. Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen, die geplante Inbetriebnahme soll Anfang 2029 erfolgen. Die Anlage soll im Bereich Bergstraße und Haidelausigker Weg errichtet werden und sich architektonisch harmonisch ins Ortsbild einfügen.
„Mit dem Zuschlag für die iKWK-Anlage in der Waldsiedlung machen wir einen weiteren konkreten Schritt in Richtung klimaneutrale Wärmeversorgung“, erklärt Dino Höll, Geschäftsführer der Stadtwerke Dessau. „Die Wärmewende ist eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Unser Anspruch ist es, diese Transformation wirtschaftlich tragfähig und zugleich ökologisch wirksam zu gestalten.“
Bereits in der Vergangenheit waren die Stadtwerke Dessau bei iKWK-Ausschreibungen erfolgreich. Im Juli 2024 erhielten sie Zuschläge für weitere Anlagen im Quartier „Klinikum/Wohngebiet Zoberberg“ sowie im Industrie- und Gewerbegebiet „Waggonbau“. Dort sollen künftig rund 27 GWh beziehungsweise 4,5 GWh Wärme pro Jahr in die Netze eingespeist werden. Das Investitionsvolumen für diese beiden Projekte beträgt insgesamt rund 18 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant, die Inbetriebnahme bis Ende 2027.
Vor dem Hintergrund des zum 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Wärmeplanungsgesetzes, das eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung bis 2045 vorsieht, gewinnen solche Projekte weiter an Bedeutung. Bereits heute wird die Fernwärme in Dessau-Roßlau effizient und umweltschonend mittels Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkraftwerk „An der Fine“ erzeugt. Um die gesetzlichen Vorgaben langfristig zu erfüllen, sind jedoch zusätzliche, dezentrale Erzeugungsanlagen notwendig, die erneuerbare Wärmepotenziale nutzen. „Unsere iKWK-Projekte sind ein zentraler Baustein unserer Erzeugungsstrategie“, betont Höll. „Sie markieren den Startpunkt für die schrittweise Transformation des bestehenden Fernwärmenetzes und schaffen die technische Grundlage für eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung.“
Als innovative Kraft-Wärme-Kopplung gelten Systeme, die regenerative Technologien mit klassischen KWK-Anlagen kombinieren und bei denen der innovative Anteil mindestens 35 Prozent der Gesamtleistung ausmacht. „In der neuen Energiezentrale in der Waldsiedlung setzen wir bewusst auf die Kombination aus Wärmepumpe und BHKW“, erklärt Christian Rintelmann, Fachbereichsleiter Erzeugung bei den Stadtwerken Dessau. „Die Wärmepumpe liefern den erneuerbaren Wärmeanteil, während das BHKW gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Durch diese Kombination können wir die CO₂-Emissionen erheblich reduzieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen. Darüber hinaus hat das BHKW den Vorteil, dass es zukünftig auf den Brennstoff Wasserstoff (H₂) umgerüstet werden kann“, ergänzt Rintelmann.
Mit den geplanten iKWK-Anlagen leisten die Stadtwerke Dessau einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wärmewende und zur langfristigen Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung in Dessau-Roßlau.

