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Stadtwerke schützen Bestandskunden sowie eigene Wirtschaftlichkeit und erweitern ihr Beratungsangebot – Auswirkungen auf die Preise

Die aktuelle Entwicklung an den Energiemärkten ist derzeit ebenso schwer überschaubar wie vorhersagbar. Die Ressourcenverknappung mit der Folge massiver Preissprünge, Insolvenzen von Energieanbietern oder Notlagen großer Gasimporteure und daraus resultierende Umlagen prägen die Situation und stellen auch die Versorgungsunternehmen vor Ort vor nie dagewesene Herausforderungen.

„In dieser besorgniserregenden Marktsituation kommt es jetzt darauf an, die wirtschaftliche Basis unserer Stadtwerke zu schützen“, stellt Oberbürgermeister Dr. Robert Reck fest, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist. „Dabei richten wir den Fokus auf den Schutz unserer treuen Kunden, die sich weiter auf die Versorgung durch ihre Stadtwerke verlassen können“, ergänzt Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll. „Deshalb nehmen wir derzeit in die Bestandskundentarife für Strom und Gas keine neuen Kunden auf. Dies ist zum Schutz der Bestandskunden und der Stadtwerke zwingend erforderlich und mindert den Preisanstieg bei den Bestandskunden zumindest teilweise ab“, so Dino Höll.

„Aktuell erhalten viele fremdversorgte Bürgerinnen und Bürger Kündigungen oder Preiserhöhungsschreiben und suchen bei unserem Kundenservice persönlich oder telefonisch Unterstützung“, erläutert Sirko Wimmer, Leiter des Stadtwerke-Kundenservices. „Aufgrund des erhöhten Beratungsbedarfs können sich längeren Wartezeiten ergeben. Hierfür bitten wir um Verständnis.“ Trotz der Schließung der Bestandskundentarife bieten die Stadtwerke als kommunaler Versorger allen regionalen Kunden Neukundentarife an.

„Uns ist bewusst, dass die Situation gerade für Haushalte mit wenig finanziellem Spielraum nicht einfach ist. Wir raten deshalb dazu, bei Bedarf umgehend mit uns in Kontakt zu treten, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können“, so Sirko Wimmer „Hierbei sind wir eng mit unseren Partnern vernetzt, darunter das Sozial- und Integrationsamt der Stadt, das Jobcenter oder die Schuldnerberatungen.“ Die Stadtwerke erweitern ihre Beratungsmöglichkeiten und sind neben dem Kundencenter Zerbster Straße auch in der Albrechtstraße 48 sowie in den Kundenbüros Roßlau und Aken für ihre Kunden erreichbar. Weitere Kontakt- und Informationsmöglichkeiten bestehen kostenfrei unter 0800 899 1500, kundenservice@dvv-dessau.de oder dvv-dessau.de.

Aufgrund der Marktentwicklung sowie der geplanten Gasbeschaffungs- sowie die Gasspeicherumlage erhöht sich für Bestandskunden der Arbeitspreis für Erdgas zum 1. November 2022 um 7,44 ct/kWh (brutto) und damit rund 40 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh ergeben sich monatliche Mehrkosten von 93 Euro. Dennoch bieten die Bestandskundentarife immer noch einen Vorteil von rund 60 Prozent gegenüber den Neukundentarifen. Für Neukunden gelten bereits ab 1. Oktober 2022 separate Konditionen mit einem Arbeitspreis von 33,71 ct/kWh (brutto). Die angegebenen Bruttopreise berücksichtigen bereits den geringeren Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Sobald die angekündigte Mehrwertsteuersenkung über den gesamten Gasverbrauch beschlossen ist, wird diese unverändert an die Kunden weitergeben bei der nächsten Rechnungslegung berücksichtigt.

Beim Strom ändern sich die Konditionen für Bestandskunden bis zum 31.12.2022 nicht, allerdings rechnen die Stadtwerke hier zum 1. Januar 2023 mit einer Erhöhung im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Für Strom-Neukunden gelten bereits ab sofort eigene Konditionen mit einem Arbeitspreis von 47,60 ct/kWh (brutto). Bei der Fernwärme ergänzen die Gasbeschaffungs- sowie die Gasspeicherumlage die bisherigen Preisbestandteile und verursachen deshalb auch hier eine Preisanpassung ab 1. Oktober 2022 um bis zu 50 Prozent, allein aufgrund der gesetzlichen Regelungen. Zum 1. Januar 2023 ist jedoch aufgrund der Preisgleitklausel noch einmal mit etwa verdoppelten Fernwärmepreisen zu rechnen. Aufgrund noch ausstehender Indizes erfolgt die abschließende Preisermittlung erst zum Jahresende.

Die von der Bundesregierung eingeführte Gasbeschaffungs- sowie Gasspeicherumlage dient der Finanzierung mehrerer Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit. Dazu gehören die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Gasspeicher sowie Stützungsmaßnahmen für die großen Gasimport-Unternehmen, denen Gaslieferungen aus Russland weggebrochen sind. Sie müssen diese Gasmengen, die einen Teil des Gasbedarfs in Deutschland decken, jetzt in kürzester Zeit zu extrem hohen Preisen nachbeschaffen. Aufgrund der erdgasbasierten Wärmeerzeugung wirkt sich die Einführung dieser Umlagen auch auf den Fernwärmepreis aus. Die Entwicklung beim Erdgas beeinflusst ebenso die Marktpreisgeschehen beim Strom. Hier gibt die jeweils teuerste bezuschlagte Erzeugungstechnologie den Preis vor, und dies sind aktuell die Erdgaskraftwerke.